Kölner bieten in der Corona-Krise solidarisch ihre Hilfe an

Was können wir tun? Diese Frage stellten sich viele Kölnerinnen und Kölner, seit sich die Corona-Krise derart dramatisch verschärft hat. Sie wollen denen, für die das Coronavirus eine Lebensgefahr darstellt oder denen, die wegen Kinderbetreuung nicht arbeiten können, helfen. Vor allem in den sozialen Netzwerken gibt es eine wahre Flut von Hilfsangeboten.

Sowohl Kirchen und Politiker als auch Privatpersonen bieten Unterstützung an.

Um diese beeindruckende und solidarische Nachbarschaftshilfe zu unterstützen und zu verbreiten, will der „Kölner Stadt-Anzeiger“ in den kommenden Tagen und Wochen einen Überblick über die Hilfsangebote von Vereinen, Lokalpolitikern, Kirchen, sozialen Einrichtungen und karitativen Initiativen geben.

Organisierte Hilfeleistungen: 

  • Das Projekt „Unaufgeregt zusammenhalten“, initiiert von Kölner Eltern und Pfarrer Christoph Rollbüher, bietet unkompliziert Hilfe an. christuskirche-mitten-im-leben.de
  • Gemeindemitglieder der Lutherkirche Nippes bieten Bedürftigen an, Einkäufe zu übernehmen. lutherkirche-nippes.de
  • Der Kalker FDP-Bezirksvertreter Fardad Hooghoughi  hat kurzerhand eine Gruppe aus 20 Helfern gegründet, die Senioren unter die Arme greift – und bittet um Anrufe  unter der Nummer 0177/4127150.
  • Das Sülzer Nachbarschaftsatelier „Hins und Kuntz“ hat ein Forum gegründet, das als technische Schnittstelle zwischen Helfenden und Bedürftigen in Sülz, Klettenberg, Lindenthal und Zollstock fungieren soll. Verantwortung für die einzelnen Angebote übernimmt das Atelier allerdings nicht. hinsundkunzt.de
  • Für Krankenpfleger und Ärzte , die Kinder haben, ist die Herausforderung besonders groß: Sie werden dringender denn je benötigt, in Kitas und Schulen können sie ihre Kinder trotzdem nicht schicken. Die Kinderbetreuungsplattform „Yoopies“ bietet für Pflegekräfte nun kostenlose Betreuungen an – und ist zugleich auf der Suche nach Menschen, die dabei helfen möchten. yoopies.de
  • Nicht nur Alte und Vorerkrankte trifft die Ausbreitung des Virus besonders hart, auch junge Menschen werden aus ihrem strukturierten Alltag gerissen – und wissen oft nicht, wie sie damit umgehen sollen. In den „Corona-Ferien“ bieten rund 150 ehrenamtliche Psychologen und Sozialpädagogen Online-Beratungen für Kinder und Jugendliche an – auch in Köln. jugendnotmail.de
  • Seit über 23 Jahren vermittelt „Kölsch Hätz“, ein Projekt der Caritas, ehrenamtlich Engagierte an Nachbarn im Veedel, die sich allein fühlen und regelmäßige Besuche wünschen. Angeboten werden in der Corona-Krise Einkäufe für ältere oder kranke Menschen, Apothekengänge und Telefonate gegen die Einsamkeit. Kölner, die Hilfe anbieten oder benötigen, können sich unter 0221/56957816 oder per Mail melden. coronahilfen@caritas-koeln.de

Private Angebote:

  • In der Gruppe „#CoronaHilfe Gruppe Köln“ Anfragen beantwortet und Hilfen angeboten.

  • Die Gruppe „Corona Kinderbetreuung & Nachbarschaftshilfe Köln“ ist bereits jetzt mit mehreren hundert Mitgliedern eine der größten in Köln. Diese Gruppe empfiehlt sich vor allem für Eltern, die eine Lösung suchen, um Kinder unterzubringen.

  • Die Gruppe „Corona Hilfe Köln“ beschränkt sich ausschließlich auf Hilfsangebote. Hier können Kölnerinnen und Kölner um Unterstützung bitten oder anbieten. Ein Informationsaustausch soll in diese Gruppe nicht stattfinden. Alle Hilfsangebote sollen kostenlos sein.

  • Im Raum Overath möchte Helga Müther ein kleines Hilfsnetzwerk aufbauen – und„eine Whatsapp  Gruppe einrichten für die Menschen, die ein Gespräch , jemanden zum Einkaufen oder zum Gassi gehen suchen“, wie sie uns berichtet. Wer Hilfe anbietet oder sucht, kann sich unter der 0160/93750817 bei ihr melden.

Polizei empfiehlt „gesundes Misstrauen“

„Wir raten dringend, nur von solchen Leuten Hilfe anzunehmen, die man einschätzen kann und die man persönlich kennt, wie etwa Nachbarn“, sagt Polizei-Pressesprecher Wolfgang Baldes. Insbesondere für Senioren gelte: Fremden nicht die Tür aufmachen und vor allem natürlich kein Geld und keine Kreditkarten herausgeben.
„Wir empfehlen ein gesundes Misstrauen an den Tag zu legen und im Zweifel zunächst mit Sohn oder Tochter zu beraten, ob das Hilfsangebot wirklich seriös ist“, so Baldes. Notlagen würden leider immer auch von Betrügern ausgenutzt. Bislang lägen der Polizei aber keinerlei Anzeigen oder Hinweise auf konkrete Betrugsversuche in Köln vor.

 

Quelle: Kölner bieten in der Corona-Krise solidarisch ihre Hilfe an | Kölner Stadt-Anzeiger